Clematis - Waldrebe - Pflanz- und Pflegetipps

Standort:
 
An einem sonnigen Standort fühlen sich Clematis am wohlsten. Der Wurzelbereich der Clematis sollte jedoch mit einer Polsterstaude, mit Mulch oder aber auch mit einer Kiesschicht oder Tonscherben schattiert werden, damit eine Austrocknung der Wurzeln verhindert wird. Der Boden sollte humos, locker und durchlässig sein, da die
Waldrebe keine Staunässe verträgt. Für  eine Topf- und Kübelbepflanzung empfiehlt sich handelsübliche, gute Blumen- oder Kübelpflanzenerde. Die Clematis sollte dann mit flachen Stauden oder Sommerblumen unterpflanzt werden, damit der Wurzelbereich beschattet wird.
 
 
Pflanzung:
 
Beim Auspflanzen werden Clematis etwa eine Hand breit tiefer gepflanzt als sie im Topf stehen. Ein bis zwei Knospenpaare (ca. 7-10 cm) sollten mit in die Erde kommen. Einerseits ist der Wurzelballen so etwas frostgeschützter, andererseits können diese Augen, falls die Pflanze erkrankt oder beschädigt wird, später einmal austreiben. Am besten wird der Wurzelballen schräg mit Richtung zu einer Rankhilfe eingesetzt, so dass der untere Teil des Haupttriebes mit Erde bedeckt wird und später zusätzliche Wurzeln bilden kann. Als Pflanzabstand rechnet man bei hohen Sorten 1-1,5 m. Kompakte Sorten wie Boulevard- und Terrassen-Waldreben werden meist nur bis 60 cm breit.
 
Wasser:
 
Weil die
Waldrebe eine sehr durstige Pflanze ist, sollte sie regelmäßig bewässert werden. Dies ist besonders im Frühjahr und Sommer wichtig. Auch wenn Clematis plötzlich welken, liegt das häufig an einem zu hohen oder auch an einem zu geringen Wasserangebot. Die Verdunstungsrate ist bei heißem Wetter entsprechend hoch, so dass es leicht passieren kann, dass die Pflanzen mit dem Wassernachschub nicht nachkommen und sie plötzlich welken. Andererseits vertragen sie stauende Nässe im Wurzelbereich überhaupt nicht. Beim Gießen sollte man darauf achten, dass die Pflanze möglichst trocken bleibt.

 
 
Düngung:
 
Die Clematis verfügt über eine sehr starke Wuchskraft und eine ausdauernde Blüte. Deshalb braucht sie eine starke Düngung. Im Frühjahr sollte man ausgepflanzten
Waldreben einen ausgewogenen, organischen oder mineralischen Dünger zugeben. Bei Kübelpflanzen kann man während der Wachstumszeit dem Gießwasser wöchentlich einen Flüssigdünger zusetzen. Wer es bequemer haben möchte, gibt im Frühjahr einen Langzeitdünger in die Erde.
 
 
 
Schnitt:
 
Der Rückschnitt bei Clematis ist wichtig, da ältere Clematis zur Kopflastigkeit neigen und zunehmend in Bodennähe verkahlen. Ein falscher Schnittzeitpunkt kann jedoch zur Folge haben, dass keine neuen Blüten gebildet werden. Je nach Art und Sorte werden die
Waldreben daher in 3 Rückschnittgruppen unterteilt. Es ist sinnvoll die Schnittgruppe der gepflanzten Sorte zu kennen. Den Vermerk für die entsprechende Eingruppierung finden Sie in unseren Beschreibungen der einzelnen Sorten. Einige gehören sowohl der Rückschnittgruppe 2 wie auch der Gruppe 3 an, weil sie mit Partnern verschiedener Rückschnittgruppen gekreuzt wurden. Diese sollten im Winter jährlich 20 – 50 cm über dem Boden abgeschnitten werden.
 
 
Rückschnittgruppe 1: 
Clematis, die dieser Gruppierung angehören ist das Schneiden überflüssig. Sie blühen sehr früh im Jahr, ca. ab April und im Mai. Zu diesen zählen alle Sorten der Alpen-
Waldrebe (Clematis alpina), Anemonen-Waldreben (Clematis montana), sowie die Großblumigen mit dem botanischen Namen: Clematis macropetala. Diese Sorten legen die neuen Triebe bereits im Herbst an. Würde man also im Winter schneiden, werden  diese mit weg geschnitten. Dies würde zur Folge haben, dass die Pflanze im folgenden Jahr mit der Blüte aussetzt. Wenn aufgrund Platzmangels ein Rückschnitt erforderlich wird, sollte dieser direkt nach der Blüte erfolgen. Die Tiefe des Rückschnitts können Sie selber bestimmen, jedoch sollten dann 20 bis 50 cm entfernt werden. Um eine größere Fülle der Pflanze zu erreichen kann ein Stufenschnitt ausgeführt werden. Dafür werden einige Triebe lang gelassen, andere etwas ein gekürzt und weitere sehr stark zurückgeschnitten.  
 
Rückschnittgruppe 2:
Zu dieser Gruppierung zählen die meisten großblumigen, zweimal blühenden Sorten und Hybriden, wie z.B. The President, Madame Le Coultre, Crystal FountainTM und  Josephine TM uva. Bei ihnen ist die Frühjahrsblüte meistens gefüllt und die zweite Blüte im Spätsommer einfach. Diese
Waldreben legen ihre neuen Triebe erst im Frühjahr an und blühen das erste Mal Anfang bis Mitte Juni. Bei dieser Gruppe sollte die Pflanze im Spätherbst (November/ Dezember) auf  80 – 100 cm ein gekürzt werden, oder aber auch auf die gewünschte Höhe erhöhen. Auf jeden Fall sollten die Triebe um die Hälfte ein gekürzt werden. Ein Radikalschnitt ist auch möglich, hat aber zur Folge, dass es etwas länger dauert, bis die Pflanze die gewünschte Höhe erreicht. Um ein Verkahlen der Pflanze entgegen zu wirken, sollte alle 4 – 5 Jahre im Oktober/ November ein Radikalschnitt erfolgen. Dies fördert die Fülle der Pflanze.
 
Rückschnittgruppe 3:
In dieser Gruppierung finden sich die Sorten, die erst Ende Juni und im Juli blühen. Die großblumigen Hybriden (z. B. Jackmanii, Etoile de Malicorne), Sorten der kleinblumigen italienischen
Waldreben (Clematis viticella) und andere Wildarten wie die gelb blühende Clematis orientalis und serratifolia, sowie Clematis texensis. Erkennbar sind sie aufgrund ihrer Schnellwüchsigkeit  (Triebe können eine Länge von 5 m erreichen) und ihres starken Austreibens. Die Triebe bilden sich direkt aus den Wurzeln neu und können an frostfreien Tagen im Spätherbst (November/ Dezember) einen Radikalschnitt, 20 – 30 cm bis über dem Boden, erfahren. Dieser Rückschnitt ist erhöht die Stabilität der Triebe, regt das Wachstum wie die Blütenbildung an.
Stauden-Clematis (Clematis integrefolia, recta) werden in der Zeit von November bis Februar an frostfreien Tagen abgeschnitten. Wichtig ist der Rückschnitt zur Erhaltung ihrer Winterfestigkeit und zur Bildung zahlreicher Blüten und Fruchtstände, die bei der Clematis serratifolia schon während der Blüte ausgebildet werden.
Ist dieser Termin verpasst worden, kann auch noch im Frühjahr geschnitten werden. Nun muss aber darauf geachtet werden, dass nicht schon neue Triebe abgeschnitten werden.


Bei Clematis-Sorten, wie z. B. einige Evison Sorten, die sowohl der 2. und 3. Rückschnittgruppe zugeordnet werden, ist es empfehlenswert die Höhe der Beschneidung etwas schwanken zu lassen. Das bedeutet einen Teil der Triebe auf  80 - 100 cm und den anderen Teil auf 30 - 60 cm herunter zuschneiden um das Wachstum an der Basis der Pflanze zufördern.


 

Wichtiger Hinweis: Ist die Pflanze an einem Baum hinauf gewachsen oder geht eine Liaison mit anderen Pflanzen wie z. B. einer Kletterrose, einem Busch oder einem großen Nadelbaum ein, gestaltet sich das Schneiden etwas schwierig. In diesem Fall verzichten Sie am besten darauf, bevor die Pflanze nachhaltig geschädigt wird.



Winterschutz:
 
Die Clematis montana, tangutica und die viticella Sorten gedeihen auch gut in kälteren Lagen, die großblumigen Hybriden sollten jedoch vor kalten Winden und strengem Frost geschützt werden. Wenn in Bezug der Kältebeständigkeit einer bestimmten Clematis-Art Zweifel bestehen, umwickelt man ihre Triebe vom Spätherbst bis Anfang Frühjahr mit Reisig, Auf den Boden im Wurzelbereich kommt eine Mulch aus Torfmull, Gartenkompost oder Stroh.
Kübelpflanzen sind aufgrund des gefrorenen Bodens stärker belastet als ausgepflanzte Exemplare. Der Frost kann von allen Seiten angreifen und der Ballen gefriert wesentlich schneller. Außerdem reagieren die Wurzeln meist empfindlicher auf Minusgrade als die oberirdischen Sprosse. Um Frostschäden vorzubeugen, sollten winterharte Kübelpflanzen auf jeden Fall geschützt werden. Zum Beispiel kann man schon vor der Bepflanzung den Kübel von innen mit 1-2 cm dicken Styroporplatten isolieren. Während der Frostperiode empfehlen sich folgende Maßnahmen: Den Kübel in mehrere Lagen Noppenfolie oder Kokosfasermatte einwickeln, oder ihn in einen größeren Behälter stellen und den Zwischenraum mit Laub, Stroh, Rindenmulch o.a. füllen. Zusätzlich kann man die Bodenoberfläche schützend abdecken, z.B. mit Tannenzweigen. An frostfreien Tagen sollte gegossen werden, dabei das Abzugsloch immer frei halten, damit keine Staunässe entsteht. Die Pflanzen sollten im Winter möglichst windgeschützt stehen.