Bambus/Fargesien


Die Botaniker entwickelten bei der Vielfalt in der Pflanzenwelt eine Systematik, nach der die Pflanzen in Familien, Gattung, Art und Sorte eingeteilt werden. Die meisten Pflanzen werden durch ihre Blüten und Erbanlagen in dieses System eingeteilt. Bei Bambus ist dies schwierig, da er so selten blüht. Durch den Aufbau seiner Halm- und Blattstruktur wurde er der Familie der Gräser zugeteilt.

Der Bambus bietet ein breites Spektrum von 47 Arten mit weit über 1.200 verschiedenen Sorten und unterschiedlichsten Wuchshöhen (von 30 cm bis hin zu 10 m Höhe). Sie lassen sich jedoch in zwei Hauptkriterien unterscheiden: Bambusse, die keine unterirdischen Ausläufer bilden (Fargesien Arten) und Bambusse, die Ausläufer bilden (z.B. Phyllostachys, Pleioblastus und Pseudosasa Arten). Der Bambus gehört zu den am schnellsten wachsenden Pflanze dieser Erde und ist eine ungewöhnliche und faszinierende Pflanze. Sehr viele Bambus Pflanzen fühlen sich auch in unseren Gärten und Breitengeraden sehr wohl und vertragen gut Temperaturen von bis zu -30°C. 



Bambus ist eine ungiftige und immergruene Pflanze, ihre Blätter bleiben auch in durchschnittlich kalten Wintern gruen. Erst im Fruehjahr wird ein kleiner Teil der alten Blätter abgeworfen, wenn die neuen Blätter durchtreiben. Diese Eigenschaft macht Bambus fušr jeden Garten interessant. Das zarte Laub im Schnee oder in einem winterkahlen Garten schafft eine zauberhafte Atmosphäre, die keine andere einheimische Pflanze zu bieten hat. Die Blätter des Bambus sind zart und beweglich an einem kleinen Stiel und machen den Charme dieser Pflanze aus. Sie bewegen sich beim leisesten Windhauch. 

Ein Bambushalm kann innerhalb von 24 Stunden bis zu 1 m wachsen. Sie unterscheiden sich durch die vielen Arten von Halmen und unterschiedlichen Blättern, als auch durch Ihre Wuchshöhe. Das macht den Bambus so vielseitig einsetzbar, vom attraktiven Bodendecker, als Topfpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse bis hin zum Sichtschutz. Immer beliebter wird der Bambus auch als immergrüne Bambushecke eingesetzt.

Bambus Pflanzen blühen sehr selten, dennoch ist die Bambusblüte geheimnisvoll und faszinierend. Wenn Bambus blüht, kann die ganze Pflanze nachfolgend absterben, muss aber nicht. 
Wir sprechen hier von einer nicht nur robust, sondern auch recht anspruchslosen Pflanze. Sie bevorzugt einen humusreichen, gut durchlässigen Boden. Für jeden Lichtbedarf gibt es entsprechende Arten – egal ob Sonne, Schatten oder Halbschatten. Als Containerware kann man Bambus praktisch das ganze Jahr über pflanzen, solange der Boden frostfrei ist. Bei einer späten Pflanzung ist ein guter Winterschutz jedoch unerlässlich. Im Sommer dagegen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die neue Pflanze genügend Wasser erhält und der Ballen nicht austrocknet. Für eine Düngergabe bei der Pflanzung sowie auch während der Wachstumsperiode ist der Bambus dankbar, denn als vitaler Wachser bracht Bambus viele Nährstoffe.



Die Einzigartigkeit des Bambus zeichnet sich durch das Wachstum ab. Wenn die Halme von April bis Juli wie Spargel aus dem Boden sprießen, haben sie bereits ihre fertige Dicke erreicht. Nach beendetem Höhenwachstum entfalten sich dann die Blätter. Danach wächst der Halm nicht mehr weiter, statt dessen bildet die Pflanze im Folgejahr wieder neue Halme aus. Der schnelle Wachstum stammt aus den unterirdischen Rhizomen, in denen die Nährstoffe gespeichert werden. Alte, dünne und abgestorbene Halme sollten regelmäßig entfernt werden, dies fördert das Wachstum und bringt Licht für die Unterbepflanzung. Der einzelne Halm stirbt nach etwa sieben bis neun Jahren, aber die gesamte Bambuspflanze lebt im Grunde ewig, da sie stets aus ihrem Rhizomgeflecht immer wieder nachwächst.